Schauplatz Bergbau I Todtnauberg

Gauch – Radschert – Schlipf – Schatzstein

Die mitunter rätselhaften Begriffe sind Überbleibsel der unermüdlichen Suche nach tief verborgenen Schätzen. Wagemutige Unternehmer, Geistliche und Adlige – vom Bischof bis hin zum Kaiser – lassen in früheren Zeiten silberhaltige Erze von Bergleuten in mühsamer Arbeit dem Gestein entringen. Sie scheuen dabei weder Einsätze noch Risiken. Aufgrund der regen Abbautätigkeit ist Todtnauberg aus einer Bergmannssiedlung heraus entstanden. Durch den reichen Silbersegen entwickelt sich der lebhafte Ort für eine begrenzte Zeitspanne zu einem bedeutenden und prägenden Bergbauzentrum, dessen Spuren teilweise bis heute erhalten geblieben sind. Bereits die Gemeindewappen von Todtnau, Todtnauberg, Aftersteg und Brandenberg schaffen durch die abgebildeten Symbole einen direkten Bezug zu dem traditionsreichen Bergbau. Anhand einzelner charakteristischer Standorte lassen sich die besonderen kulturgeschichtlichen Zusammenhänge entdecken – eingerahmt und versilbert in schönster Schwarzwaldkulisse.

Aufgabe

Die kulturgeschichtlichen Spuren des Bergbaus in Todtnauberg wurden von blatteins inhaltlich aufgearbeitet und gestalterisch erschlossen. Auf Grundlage historischer Quellen und der Erfassung vorhandener Bergbauspuren entstand ein Konzept, das die Geschichte des Bergbaus und seine Bedeutung für die Region an ausgewählten Schauplätzen erlebbar macht. Die Informationstafeln aus Metall greifen die einfache Bauweise der Häuser des 16. Jahrhunderts auf. Zwei tragende Pfosten, ein schützendes Dach und ein oberer Querbalken mit seitlichen Kopfbändern verleihen den Tafeln eine historisch inspirierte Gestalt und stellen einen Bezug zur Lebenswelt jener Zeit her. Ausgehend von der Erneuerung des Bergmannsbrunnens im Ortszentrum wurde das Projekt in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverein Li(e)benswertes Todtnauberg e. V. und der Firma Baschnagel in Grafenhausen entwickelt. Neben der Konzeption der fünf Bergbau-Stationen entstanden nach Entwürfen von blatteins in Zusammenarbeit mit der Firma Graner aus Umkirch auch die dreidimensionalen Umsetzungen der Brunnenfigur. Der erste Themenspielraum im Ortszentrum wurde 2023 eröffnet. Im Oktober 2026 wurden die fünf Bergbau-Schauplätze mit dem zweiten Themenspielraum am Radschert eröffnet. Das Projekt wurde durch den Naturpark Südschwarzwald e. V. gefördert.